Mira Smurova, Fiancé Jewelry

Fiance Jewelry Mira Smurova
Gründerin von Fiancé Jewelry
„Mit 11 beschloss ich nie wieder Geburtstag zu feier, um ewig jung zu bleiben.“

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Ich bin seit sieben Jahren Vegetarierin. Ich habe irgendwann einfach gemerkt, dass ich mich besser fühlte, wenn ich Fleisch weg ließ. Mein Magen war nicht mehr so schwer und ich war allgemein fitter. Also blieb ich einfach dabei. Ich wurde dann immer extremer und mutierte zur Veganerin und eine Zeit lang sogar zu Frutarianerin, aber das trieb meinen damaligen Freund in den Wahnsinn und isolierte mich von Freunden und Bekannten. Der soziale Aspekt ist nicht zu unterschätzen. Als ich merkte, dass mich keiner mehr zu Dinner-Parties einlud, war es vorbei mit den Experimenten. Das Leben machte so einfach keinen Spaß mehr.

Bio ist in Russland sehr teuer. Ich bin ohnehin der Meinung das vieles einfach nur reines Marketing ist und kaufe lieber einfach gutes Obst und Gemüse. Karotten kaufe ich kiloweise. Steve Jobs beschreibt in seiner Biografie, wie er einmal nur von Karotten gelebt hat. Sein Leben hat mich sehr inspiriert und so musste ich das auch ausprobieren. Das ist bis heute geblieben. Ich mache mir täglich Karottensaft, nicht zuletzt weil gute Karotten in Russland sehr billig sind. Meine Hände sind schon etwas orange geworden, aber das ist mir egal. Ich fühle mich super. Es wird noch lange dauern, bis sich der Bio-Trend bei uns manifestiert und das Angebot die Produkte bezahlbarer macht.

Ich rauche nicht und auf Alkohol versuche ich ganz zu verzichten. Hin und wieder ein Glas Wein für den Genuss und das war ’s. Es tut mir einfach nicht gut. Ich kenne meinen Körper und weiß sofort, wenn etwas nicht stimmt. Wenn ich zu tief ins Glas geschaut habe, bin ich am nächsten Tag völlig dehydriert. Ich sehe es an meiner Haut und habe sofort das Bedürfnis literweise Wasser zu trinken, eine Maske aufzutragen und in Körperöl zu baden.

„Meine Masken mische ich mir immer frisch an. So weiß ich was ich bekomme.“

 

Meine Masken mische ich mir immer frisch an. So weiß ich was ich bekomme. Meistens sind es Tonerdemasken aus der Apotheke, oder auch mal eine Maske aus geschlagenem Eiweiß, um den Tonus straff zu halten. Körperöle kaufe ich entweder in der Apotheke, oder aber auch mal eine hübsche Flasche von Clinique. Ich greife nicht bewusst zu Naturkosmetik.
Ich habe mal Dr. Hauschka versucht, dachte zum gesunden Lebensstil und Yoga gehöre das dazu; nur ist es in Russland sehr teuer und hat mich letztlich auch nicht wirklich überzeugt. Die Sachen aus der Drogerie tun ’s auch. Ich verwende ohnehin nicht viel und schwöre dafür auf die Masken, die ich zwei bis dreimal die Woche anwende und auf meine ganz persönliche Geschichte à la Dorian Grey. Ich beschloß mit 11 Jahren nie wieder Geburtstag zu feiern, in der Hoffnung auf diese Weise ewig jung bleiben zu können.
Make-Up trage ich aber gerne. Ich umrande mein oberes Lid immer mit einer dünnen Linie Eyeliner und abends trage ich gerne Smokey Eyes. Meinen Haaren gönne ich hin und wieder eine Kokosöl- oder selbstgemachte Avocadomaske. Sie sind aber von Natur aus schon sehr glänzend, da ich typisches, glattes asiatisches Haar habe. Ich glaube, meine Mutter schnitt mir mit drei Jahren einen Pony und der ist dann für immer geblieben. Ich habe mal versucht ihn wachsen zu lassen und schnell gemerkt, dass ich damit meinen Siganture-Look zerstören würde. Irgendwas hat einfach gefehlt. 

Ich liebe Kaffee. Den brauche ich auch morgens, wenn ich um sechs Uhr aufstehe. Ich starte gerne früh in den Tag und gehe erst mal ins Yoga-Studio. Ich las mal, dass die Computer-Nerds im Silicon Valley schon früh morgens um fünf aufstehen, um den Tag bestmöglich zu nutzen. Das muss mit der kalifornischen Sonne aber sicher einfacher sein, als hier im grauen St.Petersburg. Immerhin ist der Kaffee hier wirklich gut. Die Pif Paf Bar und Bolshe Kofe haben den besten. Das Schöne an der Selbstständigkeit ist, dass man seinen Tag individuell gestalten kann. Ich brauche nicht viel Schlaf, aber wenn ich mal wirklich richtig müde bin, mache ich einfach einen kurzen Mittagsschlaf. 

„In Russland ein Unternehmen zu gründen ist sehr hart, vor allem als Frau.“


In Russland ein Unternehmen zu gründen ist sehr hart, vor allem als Frau. Meine Freunde haben mich zunächst nicht ernst genommen; besonders die Männer. Aber das war mir egal.

Im letzten Jahr meines Kunststudiums kam dann meine damals noch beste Freundin mit der Idee eine Schmuckmarke zu gründen und wir legten los – just for fun. Ich wusste sofort, dass das der richtige Weg für mich war. Unsere Freunde bestellten die Sachen, um uns zu unterstützen, auch wenn manche von ihnen nicht mal wirklich Schmuck trugen. Ich spürte wie schön es war mit dem was man liebt Geld zu verdienen und war danach nicht mehr aufzuhalten. Ich machte alles – das Logo, die Designs, Social Media, Fotos. Ich lernte mit Photoshop umzugehen und wie ich schnell meine Ideen in Bilder umsetzen konnte. Es ist gut, so viel wie möglich selbst zu lernen. Das spart einem sehr viel Zeit und Geld. Meine Freundin fühlte sich irgendwann fehl am Platz, weil ich alles mit sehr viel Druck vorantrieb und so gingen wir getrennte Wege. Ich wollte es einfach mehr als sie. Das ist schon okay so. Ich nehme es an, dass man sich im Leben begegnet, voneinander lernt und danach jeder wieder seinen eigenen Weg geht. Ein Nomadendasein und ein ziemlich anti-russischer Standard, den ich nicht missen will. Deshalb reise ich auch gerne und viel. St.Petersburg ist auf seine ganz eigene Art inspirierend. Ich besuche gerne die Eremitage und die umliegenden Museen. Es ändert sich nur nichts – alles sehr klassisch.

„Ich war außer mir vor Freude und wollte alles wie einen Lolipop ablecken.“

 

Wenn ich Moderne brauche und nach neuen Impulsen suche, zieht es mich in die europäischen Metropolen. Vor Berlin war ich zur Fashion Week in Mailand. Die Italienerinnen sind wunderschöne Frauen. Mir gefällt, wie viel Wert sie auf ihr Äußeres legen und dass sie gerne Gold tragen. Ich war außer mir vor Freude und wollte alles wie einen Lolipop ablecken. Ich liebe Gold und würde sehr gerne mehr davon in meinen Arbeiten einbringen. Es ist nur so unglaublich teuer. Bis es soweit ist, trage ich erst mal goldenen Lidschatten, wenn ich ausgehe und betone damit mein Dekolleté.

In Berlin findet man an jeder Ecke Inspiration. Ich komme gerne hierher, ziehe dann durch die Galerien und schaue in Möbelläden rein. Architektur inspiriert mich sehr. Der Freigeist der Stadt ist deutlich spürbar. Das beflügelt sehr. Ich komme dann ganz elektrisiert zurück an meinen Arbeitsplatz. Diesmal werde ich am Wochenende im Showroom von Amazingy einen Pop-Up Store machen.

„Ich mag den Gedanken, dass man meine Arbeiten morgens anlegt und sie einen durch den ganzen Tag bis in die Nacht begleiten.“


Fiancé ist sehr minimalistisch. Die Teile sind zurückhaltend und lassen viel Raum für den eigenen Style. Sie blitzen nur hier und da hervor. Ich mag den Gedanken, dass man meine Arbeiten morgens anlegt und sie einen durch den ganzen Tag bis in die Nacht begleiten. Später will ich mal, vor allem mit Gold arbeiten und komplexere Teile machen, die man gerne zu besonderen Anlässen anlegen und ausführen will.

 

Mira trägt:
Teint: Gressa Skin Foundation, mit undGretel Translucent Powder mattiert
Rouge: ILIA Beauty ‚I Put A Spell On You‘
Lippen: ILIA Beauty ‚I Put A Spell On You‘ und RMS Beauty ‚Smile‘
Augen: Lily Lolo ‚Double Denim‘ und HIRO Cosmetics ‚Smurfette‘, Alverde Eyliner
Highlighter: Axiology ‚Enlighten‘

 

Mira Smurova: Fiancé Jewelry, @fiance_jewelry
Make-Up: Aennikin
Foto: Powder Paper

 

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